Mein Vater

Zwölf Jahre ist es jetzt her, seit mein Vater zu Asche wurde, in den Himmel ging, sich auflöste, aus meinem Gesichtsfeld verschwand, aufhörte in der Realität zu existieren.

Heute überkam mich im Bruchteil einer Sekunde plötzlich eine verzweifelte Sehnsucht nach ihm. Ich kann nicht beurteilen, ob es die Sehnsucht nach seiner Körperlichkeit war, nach seiner Herzlichkeit, seinem Lachen, seiner Anwesenheit. Oder ob es die Sehnsucht war, für eine Stunde nur, eine Minute, eine kleine Weile, wieder geschützt und beschützt zu sein, nicht verantwortlich für meine Entscheidungen. Geborgen in einem unbeschwerten Leben.

Das Einzige, was mir bleibt ist, mich einer grossen Traurigkeit hinzugeben an diesem lauen, weichen, sanften Frühlingsabend, der doch eigentlich nach Verheissung, Glück und Leben riecht.

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