Zürich ist zu einer armen Stadt geworden in den letzten Wochen. Vielleicht hat sie kein Geld verloren aber ihr Bild hat sich verändert.
In der Innenstadt sind die Geschäfte geschlossen und die Strassen leer, wie in den französischen Provinzstädten, in denen sich das ganze Leben in die Einkaufszentren an der Peripherie verlagert hat und die langsam verkommen.
In Zürich sind es nicht die Einkaufszentren, aber die Grünflächen am Rande der Satdt, in die sich die Menschen zurückziehen. Der Effekt ist der Gleiche. Hektik und Unverständnis auf den ausgetrampelten Wegen, Hunde neben Joggerinnen, Velofahrerinnen neben Jugendlichen. Ablehnung allenthalben. Keine Coolness mehr spürbar.
Das zweite Bild ist das der fast leeren Trams. Ganz leer sind sie nicht. 90% Ausländerinnen und Ausländer fahren stumm und müde mit Masken im Gesicht nach Hause und zur Arbeit. Alle, die es sich leisten oder auch nicht leisten können, die Pendlerinnen und die Shopper, die Yogies und die Künstlerinnen bleiben zuhause.
Es bleiben die Arbeiterinnen in den schlecht bezahlten Jobs, die die Arbeiten gehen müssen. Die Armen der Stadt.
Das dritte Bild sind die Obdachlosen vor den Lebensmittelläden. Sie sind da, wo sie sonst nie sind, sie müssen da sein, weil es kein woanders mehr gibt.
Und all die hippen Cafes, die Seeufer, die Vergnügungstätten, die sonst das Stadtbild ausmachen. Sie sind leer, geschlossen, verbarrikadiert.
So sieht Zürich ärmlich aus. Abgekämpft und ein wenig nutzlos. Und grau, ziemlich grau.