Es ist ein altmodisches Wort. Nicht mehr zeitgemäss. Aus der Religion entlehnt.
Wer braucht schon Hoffung. Wir sind unseres Glückes eigener Schmid. Wir machen unser Glück. Wir planen es. Wir verdienen es. Wir bauen es. Wir sind nicht auf Hoffnung angewiesen.
Hoffung brauchen nur jene, die sich nicht selbst helfen können. Jene, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Mit denen man nichts tu tun haben will. Ausser vielleicht, ihnen Almosen zu schenken.
Flüchtlinge sind solche Menschen. Vertriebene. Gestrandete. Sie können sich nicht selber helfen. Die brauchen Hilfe von aussen. Hoffnung. Sie sind abhängig. Sie sind schwach.
Und trotzdem wabert in den letzten Wochen dieses weiche Gefühl durch die Menschen, durch Social Media. Balkongesänge werden geteilt und geteilt, es wird geklatscht. Wir werden berührt, habe ich irgendwo gelesen. Wir wollen berührt werden. Wir wollen mehr von diesem warmen Gefühl das uns sagt, alles wird gut, wir stehen zusammen, wir stehen das durch, wir überleben das, die Welt wird eine Bessere werden. Hoffnung? Wollen wir sie doch für uns beanspruchen? Nur grad in diesem Moment, in dem wir sie nötig haben?
Duden: „das Hoffen; Vertrauen in die Zukunft; Zuversicht, Optimismus in Bezug auf das, was [jemandem] die Zukunft bringen wird“
Und danach? Bauen wir uns unsere Welt wieder selbst und überlassen das Hoffen den Armen?