Wann ist ein Zuhause ein Zuhause? Was macht es aus, dass ich sagen kann, hier möchte ich sein und nirgendwo sonst? Warum kommt manchmal dieses behagliche Gefühl auf – und manchmal nicht?
Meine Schwester, die oft umzieht, hat einige Holzkisten, die sie an jeden Ort mitnimmt. Wo die Kisten stehen, fühlt sie sich zuhause. Egal, wo sie ist.
Andere Freundinnen umgeben sich mit schönen Dingen, richten sich ihr Zuhause behaglich ein.
Für andere ist das Zuhause da, wo die Familie ist. Basta.
Gestern Abend im Halbschlaf habe ich darüber nachgedacht, was für mich Zuhause ist. Ich hänge nicht an Dingen. Die materiellen Sachen, die ich über die Jahre ins Herz geschlossen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Ein dunkelblaues Trainerjäcken, gelbe Turnschuhe, ein Holztisch, ein Bild.
Mein erster Gedanke war: Töne. Geräusche. Leben in all seinen Formen, ausser vielleicht Schmeissfliegen. Aber dafür Pflanzen, obwohl die keine Geräusche machen.
Der zweite Gedanke war: da, wo ich geliebt werde. Aber was, wenn ich nicht geliebt werde? Dann wenigstens da, wo ich mich selber lieben kann. Und dass ist da, wo ich ich selbst sein kann.
Mit diesem Gedanken bin ich eingeschlafen. Und heute morgen dachte ich dann:
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wer ich selbst bin. Dann bin ich zuhause.