die sichtbare Frau

„Wenn uns die letzten 5 Jahre etwas gelehrt haben, dann dass Feminismus eine grosse Kirche ist, die weniger mit der Instandhaltung des Aussehens und mehr mit der Instandhaltung der politischen Einstellung zu tun hat.“ (Reni Eddo-Lodge in: Warum ich nicht länger mit Weissen über Hautfarbe spreche)

Und, wie sie in ihrem Buch ausführt, hat Feminismus nicht nur viel mit der politischen, sondern mit der gesellschaftlichen Einstellung zu tun.

Es geht nicht darum, wie wir aussehen, wie wir uns geben, wie wir wirken. Das sind offensichtlich Bewertungen, die auf unser Äusseres abzielen.

Worum es im Feminismus gehen muss: was tragen wir bei zu Gesellschaft. Unsere Produktion, unsere Kreativität, unser Intellekt, unsere Ideen. In diesem Gebiet müssen wir sichtbar werden. Und zwar nicht nur die wenigen Frauen, die Karriere machen und die Mütter, die ihre Rolle zugeschrieben bekommen, sondern ALLE Frauen, die beitragen zum gesellschaftlichen Leben.

Was war es denn, was uns am Frauenstreik so euphorisiert hat? Natürlich die Solidarität, die Welle von Frauen, für einen Tag in der Mehrheit zu sein. Aber tief in uns jubilierten wir, weil wir für einen Tag sichtbar waren. Wir waren die News, wir wurden gehört. Das war das freudige Gefühl. Einmal in 25 Jahren wurden wir gehört und gesehen.

Es ist einfacher, sichtbar zu sein in Äusserlichkeiten. Weil uns das niemand abspricht. Viel schwieriger ist es, sichtbar zu sein in unserer Produktivität. Dort stossen wir an Grenzen, dort werden wir auf unsere Plätze verwiesen. Aber wenn wir eines Tages gleichgestellt sein wollen, ist es genau das, was wir immer und immer wieder einfordern müssen. Von allen um uns herum.

Darum: Werdet sichtbar, mit dem was ihr tut. Allenthalben.

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