Eigentlich wollte ich darüber schreiben, ob ich auf dem Land bleiben oder zurück in die Stadt ziehen will. Aber gestern war ich an einem Nachtessen. Und heute ist alles anders.
Ich war an einem Nachtessen mit mehreren Männern und Frauen und Kindern. Dazu muss man wissen, dass ich selber alleinerziehende Mutter war und jetzt alleinstehende Frau bin. (Und falls jetzt schon bestimmte Gedanken in deinem Kopf auftauchen, dann nimm sie wahr, wie sie im Yoga sagen, schau sie dir an.)
Vielleicht stellst du dir in diesen Millisekunden nämlich schon mein ganzes Leben vor, du hast schon, bevor du den Absatz fertig gelesen hast, bestimmte Bilder im Kopf. Und genau um diese Bilder ging es gestern Abend. Nicht im Gespräch, aber in alles anderen Situationen.
Wir waren da also, alle zusammen, um den 1. August zu feiern: ein Mann und seine drei Kinder, sein Kumpel, die Frau des Kumpels und ihre zwei Kinder, die Mutter des Mannes, die Nanny der Kinder des Mannes und ich.
Der Abend verlief in ungefähr so: die Kinder spielten zusammen, kamen essen, liefen wieder fort und spielten weiter. Die Mutter des Mannes und die Nanny kümmerten sich ums Essen. Ausser dem Fleisch auf dem Grill, um das kümmerte sich der Mann selbst. Geredet haben 80 % der Zeit die beiden Männer miteinander. Sie erzählten sich von der Familie, von den Ferien, von den Ausflügen, vom neuen Haus und was es alles kann. Manchmal konnte die Frau des Kumpels etwas beisteuern, eine Ausschmückung, manchmal sogar der Anfang einer Geschichte, die der Kumpel dann weiter erzählte. Manchmal konnte ich ein paar Worte mir der Frau wechseln. Themen: Kinder, Ausbildung, Schulsystem. Ansonsten, und das ist nicht gelogen, sassen wir drei Frauen, die Mutter, die Nanny und ich still da und hörten den Männern zu. Es ist nicht so, dass wir keine Meinung gehabt hätten oder nichts zu erzählen, aber das schien unser Platz zu sein. Es hörte uns einfach niemand zu, so simpel ist das.
Am Schluss bedankten wir uns alle für den schönen Abend. Ein ganz normaler Abend in Gesellschaft? EBÄ!